CELTA-Kurs: Ablauf, Aufwand, für wen er sich lohnt
So läuft der CELTA-Kurs ab: Vollzeit, Teilzeit oder online, Bewerbung und Auswahlgespräch, bewertete Lehrpraxis, Noten und der echte Zeitaufwand.
ZertifikateVeröffentlicht
CELTA (Certificate in Teaching English to Speakers of Other Languages) ist eine Qualifikation von Cambridge English für alle, die Englisch für Erwachsene unterrichten wollen. Autorisierte Zentren bieten den Kurs weltweit an. Sein Markenzeichen ist die bewertete Lehrpraxis mit echten Lernenden samt strukturiertem Feedback erfahrener Trainerinnen und Trainer. Das macht ihn intensiv, meist teurer als einen Online-TEFL und bei Sprachschulen sehr bekannt.
Kursformate
CELTA gibt es in mehreren Formaten. Inhalte und Bewertungsrahmen sind gleich, unterschiedlich ist das Tempo.
| Format | Typischer Ablauf | Passt zu dir, wenn … |
|---|---|---|
| Vollzeit | Intensivkurs über rund vier bis fünf Wochen | du dir komplett frei nehmen kannst |
| Teilzeit | Über mehrere Monate verteilt, oft abends oder am Wochenende | du nebenher arbeitest |
| Online | Seminare online, Lehrpraxis in Live-Onlinekursen | du nicht zu einem Zentrum reisen kannst |
Termine, Zeitpläne und Gebühren legt jedes Zentrum selbst fest, sie unterscheiden sich je nach Land erheblich. Den offiziellen Überblick gibt es bei Cambridge English.
Bewerbung und Auswahlgespräch
Einen CELTA-Platz bucht man nicht einfach. Die Zentren wählen aus, meist in drei Schritten:
- Bewerbungsformular mit einer schriftlichen Aufgabe zum Sprachbewusstsein, zum Beispiel Grammatik oder Wortschatz erklären.
- Gespräch, vor Ort oder online, in dem Englischniveau, Sprachgefühl und Belastbarkeit geprüft werden.
- Zusage und Vorbereitungsaufgabe, die du vor Kursbeginn erledigst.
Cambridge English legt allgemeine Voraussetzungen fest, etwa ein hohes Englischniveau und einen Bildungsstand, der zum Hochschulzugang berechtigen würde. Die Zentren wenden sie mit etwas Spielraum an; frag dein Wunschzentrum nach den aktuellen Bedingungen.
Was im Kurs passiert
Seminare
Die Trainerinnen und Trainer vermitteln die Grundlagen des Englischunterrichts mit Erwachsenen, sehr praxisnah: Was im Seminar besprochen wird, soll bald in deinen eigenen Stunden auftauchen.
Lehrpraxis
Du unterrichtest echte Gruppen erwachsener Lernender, meist auf mehr als einem Niveau, und bekommst nach jeder Stunde Feedback. Die bewertete Lehrpraxis ist das Herzstück.
Hospitation
Du schaust erfahrenen Lehrkräften und deinen Mitstreitenden über die Schulter und lernst so verschiedene Stile kennen.
Schriftliche Aufgaben
Mehrere Hausarbeiten verbinden Praxis und Sprachanalyse.
Wie bewertet wird
Es gibt keine Abschlussprüfung, die Bewertung läuft laufend. Bewertet werden Lehrpraxis und schriftliche Aufgaben; ein externer Prüfer kontrolliert die Standards des Zentrums. Die Ergebnisse lauten Pass, Pass B, Pass A oder Fail. Den meisten Arbeitgebern reicht ein Pass.
Der echte Aufwand
Unterschätzt wird fast immer die Zeit außerhalb des Kursraums: Stunden planen, Material vorbereiten, Feedback verarbeiten, Hausarbeiten schreiben. Im Vollzeitformat gehen dafür meist Abende und Wochenenden drauf. Teilzeit verteilt die Last, verlangt aber monatelange Disziplin.
Praktische Tipps:
- Für den Vollzeitkurs den Kalender freiräumen, keinen Nebenjob einplanen.
- Grammatik-Fachbegriffe auf Englisch vorher wiederholen.
- Feedback als Teil des Lernens sehen, nicht als Kritik an dir.
- Alle Stundenentwürfe aufheben, sie helfen später beim Lebenslauf.
Gut vorbereitet starten
Die Zentren schicken vor Kursbeginn meist eine Vorbereitungsaufgabe. Nimm sie ernst, denn sie zeigt dir, welche Themen im Kurs auf dich zukommen. Darüber hinaus helfen:
- ein Grammatik-Nachschlagewerk für Lehrkräfte, in dem du Zeitformen und Fachbegriffe sicher erklären lernst,
- Hospitationen, wenn du vorher irgendwo zuschauen kannst, etwa an einer Volkshochschule oder Sprachschule,
- ein realistischer Alltag während des Kurses: Einkäufe, Familie und Termine vorher organisieren.
Plane auch die Zeit danach. Viele Zentren haben Kontakt zu Sprachschulen, und Stellenanzeigen mit „CELTA preferred“ erscheinen das ganze Jahr. Wer schon während des Kurses Bewerbungen vorbereitet, startet schneller.
Für wen sich CELTA lohnt
- Berufseinsteigende, die Englischunterricht als Beruf und nicht als Übergangsjob sehen.
- Lehrkräfte mit Ziel gefragte Schulen in Regionen, in denen „CELTA or equivalent“ verlangt wird, siehe Im Ausland unterrichten.
- Business-English-Trainerinnen und -Trainer, die bei Schulen und Vermittlungsagenturen glaubwürdig auftreten wollen, siehe Business English unterrichten.
- Erfahrene Lehrkräfte ohne Abschluss, die ihre Praxis mit einer anerkannten Qualifikation belegen wollen. Das gilt auch für DaF-Lehrkräfte, die Englisch als zweites Fach ausbauen.
Willst du vor allem nebenbei online unterrichten, vergleiche zuerst TEFL oder CELTA und den Beitrag zum TEFL-Zertifikat.
Nach CELTA
Die meisten unterrichten einige Jahre, bevor sie den nächsten Schritt gehen. Für erfahrene Lehrkräfte bietet Cambridge English DELTA an, eine höhere Qualifikation, die oft für Leitungs-, Studienleitungs- oder Fortbildungsrollen verlangt wird. Dazwischen bilden sich viele mit kürzeren Kursen weiter, siehe Online-Fortbildungen.
Häufige Fragen
Wie schwer ist CELTA?
Vor allem der Vollzeitkurs ist sehr intensiv, weil zu den Seminaren Stundenplanung, Feedbackgespräche und Hausarbeiten kommen. Mit guter Vorbereitung ist er machbar, neben einem Vollzeitjob aber kaum.
Kann ich CELTA machen, wenn Englisch nicht meine Muttersprache ist?
Ja. Cambridge English verlangt ein hohes Englischniveau, keine Muttersprache. Das Zentrum prüft dein Niveau im Auswahlverfahren.
Gibt es CELTA auch in Deutschland?
Es gibt autorisierte Zentren in mehreren europäischen Ländern, und der Online-Kurs ist ortsunabhängig. Welche Zentren aktuell Kurse anbieten, findest du über die Zentrensuche von Cambridge English.
Wird der Online-CELTA genauso anerkannt?
Es ist dieselbe CELTA-Qualifikation. Auch online gehört Lehrpraxis mit echten Lernenden dazu, frag beim Zentrum nach, wann diese Live-Einheiten stattfinden.
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